Mit dem Rad durch Ayutthaya

Ayutthaya. Welche eine Stadt! Von überall kommen die Menschen, um diese Weltstadt mit ihren 3 Königspalästen, 375 Tempelanlagen (Wats) und 94 Stadttoren zu bewundern. Franzosen, Portugiesen, Briten, Holländer und Japaner strömen in die Stadt – sie sind begeistert vom Glanz und der Architektur. Hier am Zusammenfluss dreier Flüsse fusst das Königreich von Siam und mehr als 1 Millionen Einwohner wohnen in ihrer Hauptstadt. 35 Könige regieren hier im Laufe der Jahrhunderte.

2016. Die Stadt hat nur noch 50.000 Einwohner. Aus den Königspalästen und Tempeln wurden Steinruinen – überall in der Stadt sind sie verteilt. Heute kommen Chinesen, Amerikaner und Deutsche in die Stadt und verlassen sie nach einigen Tagen wieder. So auch wir.

Nach unser Ankunft mit dem Zug aus Bangkok (sehr bequem in der 3.Klasse für 20 Baht oder umgerechnet 0,51ct pro Person) gehen wir zum Hotel und schwingen uns auf unsere Leihräder. Die Räder sind perfekt, um die Stadt zu entdecken. Überall gibt es etwas zu sehen, es gibt viel Grün und man kann am Wegesrand an einem Wat seiner Wahl anhalten. Unsere Wahl-Wats waren Wat Maha That (viele Steine und ein Buddhagesicht in einem Baum mit vielen Chinesen davor), Wat Ratchaburana (noch mehr Steine) und Wat Phra Si Sanphet (der wohl schönste Tempel mit tollen Sonnenuntergangs-Steine-Motiven) an Tag 1 sowie Wat Lokayasutharam (ein liegender Buddha aus Stein), Wat Kasattrathirat (ein neuerer Tempel mit modernen Steinen), Wat Tha Ka Rong (Steine mit einem Vergnügungspark / Markt drumherum) sowie Wat Chaiwatthanarm (Steine am Fluss) an Tag 2. Die meisten Wats liegen am oder im Rama Park. Es ist wunderbar, hier entlang zu fahren. Über steile Steinbrücken geht es über den See und man findet hier und dort ein schattiges Plätzchen zum Ausruhen.

Ein besonderes Highlight unserer Entdeckungen war am 1.Tag Wat Phra Si Sanphet – hier knipsten wir die Speicherkarte unsere Digitalkamera voll und beobachteten im Detail, wie die Sonne ganz langsam am Horizont versank. Am zweiten Tag war der Besuch des Wat Tha Ka Rong ein besonderes Erlebnis. Es war die Kategorie Erlebnis-welches-einen-verdutzt-zurücklässt. In diesem Wat und drumherum war ein Art religiöses Disneyland errichtet wurden. Überall Kitsch und Glanz und Licht und seltsame Figuren und Skulpturen. Ganz Ayutthaya war am Sonntagnachmittag auf den Beinen, um hier abwechselnd a) Selfies vor grünen Kaninchen oder sich bewegenden Skeletten zu knipsen, b) Buddha zu ehren, c) auf der tollsten Toiletten des Planeten ihr Geschäft zu verrichten – Sanifair ist dagegen ein Witz, d) etwas auf dem nahegelegenen Markt zu essen, e) Selfies vor Brunnen oder Statuen zu schießen, f) Lose zu kaufen, g) zum Frisör zu gehen (mitten in dem Trubel und Outdoor!), h) Heerscharen von Fische im Fluss zu füttern, i) Selfies vor Mönch-Wachsfiguren zu schießen oder j) einfach mit der ganzen Familie durch dieses Kuriositäten-Kabinett zu wandern. Letzteres am Besten mit T-Shirts im Familienlook. Mutter und Vater sowie das Kind tragen dann das gleiche T-Shirt mit dem selben Motiv. Das alles ist auf eine schöne Weise doch sehr verrückt – die anderen, nur vereinzelt sichtbaren westlichen Touristen laufen daher mit dem gleichen irritierten Blick wie wir durch dieses Spektakel.

Am zweiten Tag hatten wir dann übrigens nachmittags spontan genug von Steinen. Daher haben wir unsere Pläne kurzentschlossen über den Haufen geworfen, um zum Hotel Ayutthaya zu fahren. Dort kann man als Gast für 100 Baht den Pool nutzen. Nun ist uns ein Wat mit Steinen und hunderten (echten) Schildkröten entgangen – dafür wissen wir, wie toll es ist, an einem warmen Tag in Ayutthaya in einen kühlen Pool zu springen. Sehr! Toll!

Auch kulinarisch war Ayutthaya ein voller Erfolg. Zum Glück entdeckten wir gleich am ersten Tag einen kalten Kaffee-Dealer, der uns an beiden Tagen zum Frühstück mit leckerem Eiskaffee versorgte. Dazu gab es frittierte Bananen und frittierte Kartoffeln – eine schöne Abwechslung für unseren Gaumen. Abends sind wir beide Abende auf einen Nachtmarkt in der Nähe und haben uns den Gang links und rechts entlang durchgefressen (ja, das muss man mal so sagen und dazu stehen!). Es gab Chicken-Spieße, marinierte Schweine-Spieße, Chicken-Wings, frittierte Chicken-Haut, ein Würstchen mit gefülltem Reis, in Maisblätter gewickelten Klebe-Reis mit Banane, ein Omelett mit Meeresfrüchten, Pad Thai, Waffeln, Reisbälle mit Krabben, Ananas und Wassermelone. Jawohl! Zum Glück war unser Hotel gleich um die Ecke und so sind wir abends immer glücklich und zufrieden in unsere Betten gefallen.

2 Gedanken zu „Mit dem Rad durch Ayutthaya

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