Siem Reap

Mit dem Bus ging es von Phnom Penh nach Siem Reap, wo wir als krönenden Abschluss unserer Reise voller Tempel und Pagoden das berühmte Angkor besichtigen wollten. Leider hatten wir für dieses riesige Areal nur zwei Tage zur Verfügung, was auch deshalb etwas ungünstig ist, weil es nur Ein- und Drei-Tages-Tickets zu kaufen gibt (für 20 bzw. 40 USD pro Person). Der Vollständigkeit halber soll hier erwähnt werden, dass es auch ein Sieben-Tages-Ticket für 60 USD gibt. Aufgrund der Größe des Areals und der schier unfassbaren Hitze (über 40 Grad – wir haben pro Tag zusammen mindestens 8 Liter getrunken) haben wir uns an beiden Tagen ein Tuktuk samt Fahrer gemietet. Im besten Fall erwischt man einen Fahrer, der einigermaßen gut Englisch spricht, sich im Historical Park gut auskennt und einem einiges erklären kann. Wir hatten am ersten Tag leider ziemlich Pech, denn statt des Fahrers, mit dem wir uns am Tag zuvor verabredet hatten, erschienen zwei zwielichtige Gestalten, die uns eine völlig andere Route als von uns ausgesucht aufdrängen wollten, die uns zur Verfügung stehende (und ausgehandelte!) Zeit massiv kürzten („too hot!“) und meinten, wir könnten die Distanz zwischen den Tempeln doch eh laufen und sie würden einfach am Parkplatz auf uns warten. Wir haben ihnen dann wutschnaubend am ersten Tempel fünf Dollar in die Hand gedrückt und die Tour für beendet erklärt. Erstaunlicherweise schienen sie darüber gar nicht traurig zu sein. Das war wirklich keine schöne Erfahrung, aber zum Glück fanden wir rasch einen sehr guten Ersatz, mit dem wir dann auch noch den zweiten Tag bestritten.

Glücklicherweise hatten unser Hotel einen Pool, denn die Vormittage im Historical Park waren vor allem aufgrund der Hitze so dermaßen anstrengend, dass wir eigentlich den ganzen Nachmittag am und im Pool verbrachten und uns nur unter großen Qualen abends kurz erheben konnten, um ein Abendessen in unmittelbarer Nähe des Hotels zu suchen. Aus diesem Grund können wir über Siem Reap, der Stadt nahe des Historical Park, gar nichts sagen – wir haben es leider nie ins Zentrum geschafft…

1.Tag: Angkor Wat, Angkor Thom und Ta Prohm

Der erste Tag begann bereits sehr, sehr früh – um 4:30 Uhr wurden wir abgeholt, da wir den Sonnenaufgang über Angkor Wat sehen und der größten Hitze entgehen wollten. Wir waren zwar gewarnt, trotzdem überraschten uns die Touristenmassen, mit denen wir die Aussicht auf die aufgehende Sonne hinter der beeindruckenden Kulisse von Angkor Wat, der bekanntesten Tempelanlage Angkors, teilen mussten. Es ist wirklich etwas nervig, wenn man überall ständig Kameras in allen Größen und Formen vor der Nase hat und keinen Schritt tun kann, ohne in ein Foto zu laufen. Aber wir haben darin ja mittlerweile Erfahrung, und der Sonnenaufgang war trotzdem sehr schön. Anschließend besichtigten wir Angkor Wat, das übrigens der größte religiöse Gebäudekomplex der Welt ist. Da ich es schwierig finde, die Tempel zu beschreiben, werde ich mich eher kurz fassen und verweise auf die zahlreichen Fotos, die Jens geschossen hat!

Nach Angkor Wat besichtigten wir Angkor Thom, das eher eine Ansammlung von Tempeln umgeben von einer Mauer ist. Wir betraten es durch das South Gate und besuchten dann in dieser Reihenfolge Bayon, Baphuon, Phimeanakas, die Terrasse der Elefanten und die Terrasse des Leprakönigs. Besonders beeindruckt hat uns Bayon mit den vielen Steingesichtern! Danach ging es weiter zu Ta Prohm, einer wunderschönen, verfallenen Tempelanlage, die durch die vielen Bäume, die in und auf den Mauern und Gebäuden wachsen, eins geworden zu sein scheint mit dem umgebenden Dschungel.

2.Tag: Big Circle

Am zweiten Tag besuchten wir mehrere zum Teil kleinere, etwas weniger bekannte Tempel in Angkor: Preah Khan, Neak Poan, Ta Som, East Mebon, Pre Rup, Banteay Kdei und Prasat Kravan. Sie liegen alle an einer Route, die von den Tuktuk-Fahrern als „Big Circle“ bezeichnet wird. Auch hier möchte ich wieder auf die Fotos verweisen. Uns hat Preah Khan besonders gut gefallen, was aber auch daran liegen kann, dass wir ihn als erstes und somit noch vor dem großen Touristenandrang sahen. Ich mochte aber auch den Ausblick, den man von Pre Rup hat und auch Banteay Kdei war sehr schön.

Nach der eigentlichen Tour brachte uns unser Fahrer nochmal nach Angkor Wat, wo wir ein bisschen die ersten Feierlichkeiten für das dreitägige Khmer-Neujahrsfest beobachteten, das vom 13.-16. April stattfand. Bereits am Tag davor hatten wir den Aufbau der vielen Bühnen und Buden beobachten können. Angeblich erwartete Siem Reap ca. eine Million zusätzliche Besucher über die Feiertage – viele Kambodschaner reisen in dieser Zeit dorthin. Allerdings fanden wohl die meisten Veranstaltungen erst am zweiten und dritten Feiertag statt, wir konnten nur ein paar Generalproben beobachten und an den zahlreichen Buden vorbeischlendern.

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