Vientiane

Die Fahrt von Luang Prabang nach Vientiane

Da wir wussten, dass es so oder so schrecklich wird, haben wir den günstigsten Bus gewählt. Und es wurde schrecklich. Nicht schrecklich-schrecklich wie in vielen Blogeinträgen aber Schlagloch-schrecklich. Während der Fahrt von Luang Prabang nach Vientiane haben wir gefühlt die Hälfte der Schlaglöcher in Laos kennengelernt. Immer wieder gab es große Rucks und man musste auf seinen Kopf gut aufpassen. Auch Julia hatte keine schöne Buserfahrung – neben ihr saß ein sehr aufdringlicher Laote, der sehr touchy war und aufdringliche Fragen stellte. Auf halbem Weg bei Vang Vieng wurde es dann leerer im Bus und wir konnten uns etwas entzerrt hinsetzen. Froh über unsere Ankunft ging es dann mit dem Tuk-Tuk in die Stadt (20.000 Kip pro Person). Da wir so geschafft und außerdem noch etwas angeschlagen waren, sind wir an diesem Abend keine 500 Meter mehr und nur zum nächstbesten Straßenimbiss gelaufen.

Tag 1

Am nächsten Morgen wechselten wir erst einmal das Hotel – die Zimmer in unserem ersten (Auberge Sala Inpeng) gefielen uns leider nicht und das Preis-Leistungs-Verhältnis war eher nicht so gut. Im neuen Hotel hatten wir dann für die Hälfte des Geldes schönere Zimmer und zudem einen Pool! Das haben wir auch gleich ausgenutzt und ein paar Stunden am Pool verbracht. Nachmittags bestiegen wir den Triumphbogen (Patuxay) der Stadt und genossen die schöne Aussicht. Den Zement für den Triumphbogen hatten die USA übrigens eigentlich für den Bau eines neuen Flughafens gespendet… 😉 Anschließend ging es zum Mekong, wo wir auf dem Nachtmarkt schlenderten und den Sonnenuntergang genossen. Lustigerweise fand direkt neben uns eine Open-Air-Fitness-Session statt. Zu lauten Technobeats gab es einige Vorturner und etwa 100 Laoten, welche die Bewegungen nachmachten. Das war ein lustiger Anblick – aber auch schöne Idee, sich unter freiem Himmel mit Ausblick auf den Mekong zum Sport zu verabreden. Wir waren vom Anblick ganz müde geworden und stärkten uns in einem kleinen laotischen Familienrestaurant, bei dem wir Rice Egg Vegetables (etwas sauer, aber sehr lecker!) und eine vietnamesische Nudelsuppe löffelten.

Tag 2

Am nächsten Tag war dann mehr Kultur angesagt. Zunächst ging es zum Pha That Luang. Hierbei handelt es sich um einen goldenen Stupa und das wichtigste Monument von Laos – wir waren (vielleicht aufgrund unserer großen Wat-Erfahrung!) eher semi-beeindruckt. Weiter zog es uns zum Cope Center. In diesem geht es um die Folgen der Überschüttung von Laos mit Cluster-Bomben während des Vietnam-Krieges durch die USA. Laos ist das meist bombardierte Land der Welt bezogen auf die Bevölkerungszahl. Da viele der Bomben (bis zu 30%!) nicht explodierten, gibt es überall im Land noch die Gefahr, Blindgänger zu finden und durch diese getötet oder verstümmelt zu werden. Oft sind es Kinder, welche diese Minen finden und da sie mit dem Metall der Bomben ihre Familien oft monatelang ernähren können, sich der Gefahr einer Explosion aussetzen. Oder Bauern, die bei der Feldarbeit Opfer einer bisher nicht geräumten Mine werden. Trotz der Bemühungen der Regierung und diverser NGOs (Räumung der Minen, Aufklärung in Schulen usw.) gibt es nach wie vor 100 Tote jedes Jahr und seit dem Vietnam-Krieg natürlich viele angehäufte Schicksale. Das Cope-Center informiert gut über die Ereignisse, die Betroffenen und wie ihnen geholfen wird. Wir sahen zudem eine sehr sehenswerte australische Dokumentation „Bomb Harvest“ von 2007. Darin geht es um die Räumarbeiten und wie Laoten dafür geschult werden.

Nach dieser eher traurigen Geschichtsstunde ging es für uns in das moderne Vientiane Center. Hier konnten wir eher neuerer Geschichtsschreibung beiwohnen. So kamen wir passenderweise zu einer Feierstunde/ Pressekonferenz der laotischen Fußball-Premier-League, die entweder ganz neu ist oder ihre neue Saison eröffnete – das konnten wir nicht genau herausfinden. Es waren lauter Journalisten, Miss Laos und von jedem Verein der Liga mindestens ein Spieler anwesend. Lustigerweise standen rund herum nur wenige Zuschauer. Man stellt sich vor, wie der DFB in einem Einkaufscenter in Berlin die neue Saison eröffnet und dazu jeder Verein einen Star schickt. Ob an der Seite auch nur 20 Zuschauer stehen würden? Das Center selbst war hochmodern – sehr beeindruckend war zum Beispiel das Kino, bei dem der Marmor-Boden (?) nur so glänzte. Eine kleine Anekdote noch. Ich entschied mich für ein Mittagessen in dem Center. Als ich am Essen war, informierte mich Julia über die Aktivitäten der Bediensteten, welche mein Essen zubereitet hatte. Sie war abwechselnd mit der Pflege ihrer Finger, der Reinigung ihrer Nase und dem Ausdrücken von Pickeln beschäftigt. Ob man McDonalds-Mitarbeiter in Deutschland hier anders schult oder hat jemand von euch schon mal einen Mitarbeiter am Tresen stehen gesehen, der solche Aktivitäten vornahm? Da war die kleine Kakerlake, die neben unserem Tisch umherlief (trotz der eigentlich vorherrschenden Sauberkeit hier!) irgendwie nur noch eine Randnotiz. Bon Appetit!

Anschließend ging es zum Mekong-Strand –  der Fluss fließt weit von der eigentlichen Promenade entfernt. Man läuft durch Staub und einige Dünen zu einer Art Strand, um am Wasser anzukommen. Von dort beobachten wir die untergehende Sonne, um dann nach einem Abendessen in einer Straßenküche zu unserem Hotel zurückzukehren.

Tag 3

Am letzten Tag war dann größtenteils Erholung angesagt. Erst lagen wir ausführlich am Pool oder plantschten im erfrischenden Wasser, dann ließen wir uns um die Ecke massieren. Interessant war, dass es sich hier um blinde Masseure handelte. Abends sind wir dann nochmal in die Stadt, um unsere tägliche Dosis Nachtmarkt bzw. Straßenküche zu bekommen.

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